Vorjahressieger Felix Haßmann führt nach erster DM-Wertungsprüfung

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Peter Schumacher und sein Team hatten einen kniffligen Job, um bei den ersten Wertungsprüfungen für die Deutschen Meisterschaften in der Damen- und der offenen Wertung das richtige Maß zu finden. Denn die beiden Qualifikationen für die Finals am Samstag (Damen) und bei der offenen Wertung (Sonntag) sind in internationale Teilnehmerfelder gebettet – und die Strategie sieht damit für jeden Reiter anders aus. Noch dazu kam beim CSI**-Springen am Morgen, der ersten Qualifikation für die Damenwertung, dass nicht nur ein internationales Feld beisammen war, sondern auch die deutschen Männer in dieser Prüfung mitmischten.


So entschied sich Peter Schumacher, der für seinen Aufbau bei seiner ersten Senioren-DM von allen Reitern gelobt wird, für ein „echtes Fehler-Zeit-Springen, mit Distanzen und kurzen Wendungen“. Seine Strategie ging auf: 15 Damen der DM-Wertung blieben fehlerfrei, die Männer konnten eher auf Sieg reiten, weil für sie erst das im Anschluss ausgetragene CSI*** als erste Qualifikation für die Meisterschaft zählte.Hansi Dreher ließ mal wieder nichts anbrennen und gewann auf seinem erfahrenen Prinz (0/56.84) vor Tim Rieskamp-Goedeking auf Chico Bonito (0/57.72) und Tobias Meyer auf Greatest Boy (0/59.38). Die wichtige erste DM-Damenwertung dominierte Finja Bormann mit A crazy son of Lavina vor Katrin Eckermann auf ihrem erst sieben Jahre alten Meisterschaftspferd Cala Mandia und Laura Klaphake auf Camalita. Es wird spannend in der zweiten Qualifikation am Samstag, die nach Angaben des Parcourschefs Schumacher wieder schwer und technisch zu werden soll.

 

Finja Bormann: „Ich bin sehr zufrieden, mein Pferd sprang fantastisch, er fühlt sich spitze an. Es war ein sehr, sehr schnelles Springen und wir waren in Anführungsstrichen „nur“ 14., es war aber auch erstmal meine Devise, jetzt noch nicht alles zu geben in diesem Springen, sondern vor allem auf Null zu setzen. Dass es am Ende gereicht hat und wir nun vorne liegen bei den Damen, das freut mich natürlich.“ Auf die Medaillenchance angesprochen, antwortet sie realistisch: „Natürlich hört sich das gut an, Medaillenchancen zu haben, aber dieses erste Springen zählt am wenigsten von den Wertungsprüfungen, von daher muss ich jetzt versuchen, die Nerven zu behalten, ruhig zu bleiben und weiter konzentriert zu reiten.“

 

Auch in der ersten Wertungsprüfung der DM für die Männer ging es in einem 1,50 Meter-Springen um eine schnelle Zeit. „Wir haben zwei Wendungen, in denen Zeit gut gemacht werden kann. Das Herzstück ist eine Doppel-Planke mit einem Oxer davor und danach“, sagt Peter Schumacher. „Da werden wohl die meisten Fehler gemacht.“ Er sollte Recht behalten, auch wenn es insgesamt 17 fehlerfreie Ritte gab. In einem Weltklassefeld, das schon fast einem internationalen Championat würdig ist, zeigte der Weltranglisten-Erste Steve Guerdat, wie ein Sieg eingeritten werden kann.

 

„Mir gelang wirklich vom ersten bis zum letzten Schluss alles“, sagte der Schweizer, der mit einem Vorsprung von über zwei Sekunden mit seiner 12 jährigen Stute Uranie De Belcour über die Zielline ritt (0/64.74). Er hat die Stute erst ein Jahr lang unter dem Sattel. „Ich musste mich an sie gewöhnen, sie musste sich an mich gewöhnen“, sagt Guerdat, der bekannt dafür ist, mit feiner Reiterei auch die sensibelsten Pferde auf seine Seite zu bringen.

 

Der Deutsche Vorjahresmeister Felix Haßmann wurde mit Cayenne WZ Zweiter (0/67.35), Olivier Philippaerts (Belgien) belegte Rang drei mit H&M Legend of Love (0/68.04). In der Meisterschaftswertung der Männer führt nach dieser ersten Qualifikation Felix Haßmann vor Philipp Weishaupt und Philipp Schulze Topphoff.

 

In der zweiten Qualifikation werden am Sonntagmorgen die Punkte verdoppelt. Alle Ergebnisse unter www.reitturniere-live.de/2020/riesenbeck-international_19/

 

 

Foto: In Führung bei der Damen DM: Finja Bormann | lafrentzfoto