Kendra Claricia Brinkop wollte den Großen Preis gewinnen – und machte das fast mit links

Kendra Claricia Brinkop hatte morgens noch gesagt, „ich würde gern mal den Großen Preis gewinnen“  – und nachmittags hat sie sich diesen Wunsch fast mit links erfüllt. Im Stechen der 15 Reiterpaare ließ sie mit der flotten Caramia den anderen keine Chance (0/36.62). „Ich finde, dieses Turnier hat sich von Jahr zu Jahr verbessert, es ist eine der am besten organisierten Reitveranstaltungen in Deutschland“, sagte sie überglücklich.

 

Den zweiten Platz im mit 30 000 Euro dotierten Springen belegte Torben Köhlbrand auf Miss Bubbles (0/.37.66). Der dritte Platz ging an Christin Kukuk auf Colestus (0/37.84).  

 

Riesenbeck International lädt zum Turnier, und alle helfen mit: Neben den Veranstaltungsprofis ist da natürlich der Chef Ludger Beerbaum selbst, der organisiert, seine Schüler coacht, reitet – und nach dem Stechen um den Großen Preis von Riesenbeck vom neuen Pferd Cool Feeling springt und zum Auto spurtet, um den Flieger nach Peking zu erreichen, wo ein Lehrgang und ein internationales Turnier ansteht, welches Ludger Beerbaum mitorgansiert. Da sind sein Stallreiter Christian Kukuk, der noch eine Besuchergruppe durch den Parcours führt, beim Auf- und Abbau hilft, selbst nach dem dritten Platz im Großen Preis wieder – wie alle seine Kollegen - Hand anlegt. Und dann Philipp Weishaupt, morgens erst vom Nationenpreisfinale aus Barcelona zurückgekommen, mittags schon im Parcours hilfreich beim Abgehen. So ein Turnier will gestemmt sein, da helfen schließlich die kleinsten der Beerbaum-Familie mit. Töchterchen Mathilde sieht zwar nicht mal über die mittleren Stangen der Sprünge, legt aber gefallene Stangen mit vereinten Kräften zurück ins Hindernis.

 

Riesenbeck International hat sich etabliert in der Turnierszene. Von Jahr zu Jahr wird an Verbesserungen gearbeitet, kurz vor dem Startschuss wurden wunderschöne Illustrationen des Künstlers Riccardo Guasco von Ludger Beerbaums sieben olympischen Einsätzen an die Wände gehängt. Sogar die sonst so drögen Reiter wussten dies zu würdigen. Beim Riesenbeck International Businessclub fühlten sich geladene Gäste und Aktive am Samstagabend gleichermaßen wohl.
Im Mittelpunkt stehen aber die Pferde und Reiter und der Wunsch von Veranstalterseite aus, reichlich Gelegenheit zu bieten, reiten zu können.

 

Auch eine echte Prinzessin wie Sheika Latifa Al Maktoum aus den Vereinigten Arabischen Emiraten darf sich auf dem Pferd wie eine Königin fühlen. Mit ihren vier Pferden und einer kleinen Entourage im Schlepptau war die Reiterin beim Riesenbeck International Indoors** zum Auftakt der Hallensaison am Start. Und sie zeigte sich überglücklich vor allem über ihre sechsjährige selbstgezogene braune Stute Contessa de Beaufour von Diamant de Semilly. „Es ist so schön, wenn die eigene Zucht erfolgreich ist“, schwärmte die immer freundliche und fleißige junge Frau, die sehr schöne Ritte gezeigt hat.

 

Den Stolz auf den eigenen Nachwuchs hat die arabische Reiterin gemeinsam mit den Kollegen aus aller Welt. „Die eigene Zucht ist ´ne Wucht“, sagt Madeleine Winter-Schulze, die Besitzerin und Mäzenin der Beerbaum´schen Pferde immer gerne. Und wenn diese Pferde auch noch erfolgsversprechend auftreten und im Parcours glänzen, wie etwa der sieben Jahre alte Zampano Z (von Zandor Z) von Christian Ahlman  kann es fast nichts Schöneres geben.

 

Ganz besonders schauen die Spezialisten an der Bande bei den Nachwuchspferden auf die Abstammung der Vierbeiner. Im Finale der Youngster gab es wirklich was zu sehen, und einige der Pferde geben ihren Reitern, Besitzern und Züchtern Hoffnung auf eine große Karriere.  Mit Daddy´s Destiny, einer sechsjährigen Stute von Comme il fault, gewann Kathrin Eckermann souverän (0/29.42) vor Richard Vogel auf Gut Neuenhof´s Columbo, einem sieben Jahre alten Westfalen von Cornet Obolensky (0/32.11). Auf den dritten Platz ritt Inga Czwalina mit dem 7 Jahre alten Quid (0/32.47), einem sieben Jahre alten Quick Fire-Sohn.

 

Im nächsten Jahr werden einige dieser Talente schon bei den größeren mitlaufen dürfen, und die größeren von 2018 haben teilweise schon Tokio 2020 im Blick.