Herausragender Sport der Nachwuchsdressurreiter lässt für die Zukunft hoffen

Die Sonne strahlte drei Tage lang mit den Glitzerteilchen an allen Ausrüstungsteilen von Reitern und Pferden um die Wette. Aber der erste Eindruck trügt: Die Deutschen Jugendmeisterschaften im Dressurreiten in Riesenbeck hatten nichts mit „Ponyhof“ zu tun! Was die – hauptsächlich weiblichen – Aktiven in den Altersklassen Children, Pony, Junioren und Junge Reiter zeigten, war Leistungssport auf hohem Niveau. „Wenn ich mir das Teilnehmerfeld hier anschaue, ist mir um die Zukunft der Dressurreiterei nicht bange. Das hier ist Reiten auf allerhöchstem Niveau!“, lobte keine Geringere als Madeleine Winter-Schulze, langjährige Freundin und Unterstützerin der weltweit erfolgreichsten Dressurreiterin Isabell Werth. Diesem Lob konnte sich die Bundestrainerin der Senioren, Monica Theodorescu, nur anschließen. Und sie setzte sogar noch die Anerkennung und einen Dank an den Veranstalter hinzu: „Auf dieser Anlage und unter diesen Bedingungen werden auch die Leistungen besser!“

 

Harte Trainingsarbeit, Unterstützung durch die Eltern, gute Trainer und modernes Stallmanagement, zahlen sich im Jugendbereich aus. Wenn dann noch Talent von Reiter und Pferd dazukommen, kann dem Erfolg nichts im Wege stehen. So sind es die bereits erfolgreichen und für ihr junges Alter „erfahrenen“ Teilnehmerinnen, die auch diese nationalen Meisterschaften dominieren konnten.

 

Im Finale der Pony-Meisterschaft, einer Dressur-Zweisterne-L-Kür, kam wieder einmal keiner an Rose Oatley mit ihrem schicken 10 Jahre alten Palomino Daddy Moon vorbei (243,96 %). Die amtierende Mannschafts-Europameisterin und nationale Titelverteidigerin aus Schleswig-Holstein siegte mit einem souveränen und nervenstarken Auftritt vor ihrer EM-Mannschafts-Gold-Kollegin Antonia Roth aus Baden-Württemberg auf Daily Pleasure (227,36 %) Lana-Pinou Baumgürtel (Westfalen) auf Massimiliano mit 222,21 %.

 

Auch bei den Junioren dominierten in der Kürprüfung Klasse M ** wie an den Vortagen die drei Reiterinnen, die bereits hocherfolgreich international unterwegs sind:Mit der Gesamtnote von 226,01 % gewann Allegra Schmitz-Morkramer (Schleswig-Holstein) auf Lavassimo vor Anna Middelberg (Westfalen) auf Blickfang HC (225,24 %) und Lucie-Anouk Baumgürtel (Westfalen) auf Farlana (219,87%).

 

Den Turnierabschluss bildete eine Kür der Klasse S* der Jungen Reiter.  Luca Sophia Collin (Rheinland)  siegte in der Gesamtwertung auf Descolari und holte sich den Titel (227,88 %) vor Jana Schrödter (Baden-Württemberg) auf Frau Holle (224,00%) und Lia Welschof (Westfalen) auf Don Windsor mit 222,42%.

 

Mit Pferdewechsel unter den drei Bestplatzierten wurde die Siegerin im Bundesnachwuchschampionat der Dressurreiter ermittelt. Wie schwer für die jungen Reiterinnen diese schnelle Umstellung auf ein neues Pferd ist, welche Anforderungen plötzlich gemeistert werden müssen, erklärte der Richter am Mikrofon, Dr. Dietrich Plewa, wie immer fachlich und doch mit persönlicher und positiver Ansprache.

 

Emily Rother aus Baden-Württemberg kam am besten mit den Pferden der beiden Konkurrentinnen zurecht, wurde von Richter Dr. Dietrich Plewa dafür gelobt, wie sie von Ritt zu Ritt ihre Leistungen verbessern konnte. Sie gewann mit der Gesamtpunktzahl von 26 vor Josephine Ruppert (Bayern) mit 25,1 und Caroline Miesner (Hannover), 24,3 Punkte. 

 

Turnierleiter Karsten Lütteken blickt auf ein Wochenende, das coronabedingt den Sport in den Fokus rückte. „Wir haben versucht, alle Sicherheits- und Hygienevorgaben zu erfüllen. Uns half das gute Wetter und die Vielzahl der Plätze, die hier für die Trainingsarbeit zur Verfügung stehen. Alle Anwesenden haben dies vorbildlich umgesetzt.“

 

Erstmals wurde ein papierfreies Richtverfahren eingesetzt, das sowohl einen Assistenten am Richtertisch einspart, als auch digital sofort nachvollziehbar macht, wie die Richterbewertung aussieht. Außerdem vertraut der Veranstalter auf die Dienste des Unternehmens EventClearing. Durch ein digitales Abbuchungsverfahren erfolgt die komplette Abrechnung elektronisch. Wichtig in Coronazeiten: Per Chip können alle Anwesende auf der Anlage nachverfolgt werden, die Gastronomie bucht die Beträge für die Bewirtung von den Chips ab. Damit war das Turnier weitgehend bargeldlos. „Wir versuchen, Stück für Stück digitaler und moderner zu werden“, sagt der Turnierleiter und gibt damit den Weg für die Zukunft vor.