Zwei Deutsche Meisterschaften sind geschafft – die Dritte steht vor der Tür

Noch strahlen die Ponyreiter blitzblank, Minuten später liegen sie in der Flötte -Foto: RI

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Siegerschärpen bei den Deutschen Jugendmeisterschaften sind vergeben, die Hymne gespielt, Gewinner und Platzierte fahren glücklich nach Hause. Manchen Reitern hatte der dritte Wertungstag allerdings die Laune verdorben, aussichtsreichen Favoriten platzten die Medaillenträume.

 

Die Veranstalter von Riesenbeck  International sind – zwar erschöpft – aber froh, in schwieriger Zeit schöne Meisterschaften für den Nachwuchs in Dressur und Springen an den beiden vergangenen Wochenenden organisiert zu haben. Jetzt geht es in die Hallensaison und die nächsten Ereignisse, das Riesenbeck International Indoors**  (1. bis 4. Oktober) und die Internationalen Deutschen Meisterschaften den Springreiter (11. bis 15. November) sind schon in Planung.

 

Die Meisterschaft bei den Jungen Reitern erkämpfte sich am Finaltag nach zwei Umläufen in einem S*** Hannes Ahlmann (Schleswig-Holstein) auf Nerrado. Ihm folgten Matthis Westendarp (Weser-Ems) auf Stalido und Emilia Löser (Rheinland-Pfalz) auf Lesodero.

Die Junioren hatten einen S**-Parcours mit zwei Umläufen zu absolvieren. Freud und Leid lagen nach dem zweiten Umlauf ganz nah beieinander, denn die Tabelle der Führenden wurde ordentlich durcheinandergewirbelt. Schlussendlich durfte sich Johanna Beckmann (Schleswig-Holstein) mit Cheenook einen Fehler erlauben, was sie tat – und gewann. Alia Knack (Baden-Württemberg) ritt mit Claus Peter zu Silber, Bronze holte Anna Jurisch (Berlin-Brandenburg) mit Questo Vincitore.

 

Neue Deutsche Meisterin bei den Children ist Charlotte Stuppi (Rheinland-Pfalz) mit ihrem schon Championats erfahrenen 14 Jahre alten Wallach Asterix. Da nach drei Wertungsprüfungen und insgesamt vier Umläufen sechs Reiter mit vier Punkten auf dem Konto übrigblieben, mussten alle sechs ins Stechen. Drei dürfen nur aufs Treppchen. Ganz oben stehen durfte schließlich Charlotte Stuppi, die fehlerfrei blieb. Fabio Thielen (Saarland) wurde nach einem Abwurf auf Showbizz Zweiter, Freya Sophie Langhans (Schleswig-Holstein) gewann nach einem Fehler mit ihrem Curt die Bronzemedaille.  

 

Was für eine Spannung bei den Ponyreitern, die bereits frühmorgens als erste ihre Sieger in einem M**-Springen ermittelten. Die beiden Carlotta Terhörst (Westfalen) und Emile Baurand (Bayern) mussten den Sieg in einem Stechen erkämpfen. Die 16-jährige Reiterin startete zuerst und lenkte ihren Velvetino sicher und fehlerfrei durch den Parcours. In ihrem letzten Ponyjahr und mit viel Erfahrung im Sattel packte sie die Chance am Schopf. Der 13 Jahre alte Emile Baurand wollte mit seiner Ami eine ganz enge Wendung reiten, das Pony verweigerte. So ging der Sieg nach Westfalen und die Bayern freuen sich über die Silbermedaille ihres talentierten Neuzuganges. Denn Emile – Papa Franzose, Mama Tschechin - nahm erst im vergangenen Jahr die deutsche Staatsbürgerschaft an. Er reitet gerade mal seit drei Jahren. Welch ein Talent im Sattel! Magnus Schmidt (Sachsen-Anhalt) wurde Dritter mit An Angel.

 

 

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Hausherr Ludger Beerbaum freut sich über die gute Resonanz von Reitern und deren Trainer. „Ich bin wirklich froh darüber, dass unser Sandplatz die Feuertaufe so gut überstanden hat.“ Erst im Juli wurde der 100 x 60 Meter große Platz gebaut. Die Pläne, die er und sein ganzes Team mit Riesenbeck International verfolgen, werden Schritt für Schritt umgesetzt. „Bei den Dressurreitern konnten wir sehr gute Bedingungen auf dem Dressurplatz und in der Halle bieten, die weitläufigen Plätze zum Abreiten und Arbeiten der Pferde wurden ebenfalls sehr gelobt,“ sagt Beerbaum. „Bei unseren beiden internationalen Turnieren im Sommer zeigte sich auch das Rasenstadion wieder von seiner allerbesten Seite. Es gab Reiter, die sagten, einen so guten Boden kann nicht einmal Aachen vorweisen.“ Solche Aussagen zaubern ein Grinsen ins Gesicht des Rekord-Nationenpreisreiters.

 

Auch Turnierleiter Karsten Lütteken zieht ein positives Fazit der vergangenen zwei Wochen. „Wir haben uns wegen Corona darauf beschränken müssen, Sport pur anzubieten. Es gab keinerlei gesellschaftliche Ereignisse oder ein darüber hinaus gehendes Rahmenprogramm. Um ehrlich zu sein, hat dies der ganzen Veranstaltung sogar gutgetan. Es war von Anfang an alles auf den Sport ausgerichtet. Leider haben wir keine Zuschauer zulassen können. Für uns wäre es nicht möglich gewesen, den Abstand überall auf der Anlage sicherzustellen“, sagt Lütteken zu den neuen Herausforderungen, welchen Veranstalter in diesen Zeiten ausgesetzt sind.